Fährverkehr auf den Fjorden

Das norwegische Fährunternehmen Rodne setzt die IMO-Tier-III-Lösung von Volvo Penta für sein Passagierschiff ein.
Fährverkehr auf den Fjorden

Das norwegische Fährunternehmen Rodne testet die D13-IPS1050-Antriebspakete von Volvo Penta vor dem Inkrafttreten der IMO-Tier-III-Vorschriften in der Praxis.

Als Unternehmen, das stolz auf seine Ökobilanz ist, hat Rodne das neue 13-Liter-Antriebspaket von Volvo Penta für geringere Emissionen in einer seiner Fähren getestet. Die Norweger haben die Doppelanlage des D13-IPS1050 ausgewählt. Damit werden die IMO-Tier-III-Vorschriften bereits vor dem Inkrafttreten der Gesetzgebung im Jahr 2021 erfüllt. Als Testplattform dient der Katamaran Rygeroy des Unternehmens, der als Pendlerfähre, Sightseeing- und Charterschiff betrieben wird.

„Wir wollten die neue Technik frühzeitig testen, um den Vorschriften und den Mitbewerbern voraus zu sein und uns mit dem System vertraut zu machen. So können wir sehen, wie es zur Reduzierung von Emissionen beiträgt“, sagt Rolf Kristiansen, technischer Leiter bei Rodne.

„Wir haben ein Programm zur Steigerung der Treibstoffeffizienz und zur Verringerung der Emissionen unserer Schiffe. Dies ist für uns als Unternehmen wichtig und besser für die Umwelt.“

Zuverlässigkeit für Pendler und Touristen
Rodne ist seit über 60 Jahren im Geschäft und zählt heute zu den größten Betreibern von Schnellfähren in Norwegen. Das Unternehmen mit Sitz in Stavanger betreibt Schiffe für Passagierverkehr, Tourismus und Rettung. Die Rygeroy verkehrt viermal täglich zwischen Stavanger und der Insel Kvitsoy. Im Sommer bietet das Schiff Sightseeing-Touren auf dem etwa 40 Kilometer langen Lysefjord an. Dabei werden malerische Orte wie der hoch über dem Wasser aufragende Preikestolen (norwegisch für Kanzel oder Predigtstuhl) und die Bucht Fantahålå (Räuberhöhle). Auch sind faszinierende Einblicke in die norwegische Tierwelt möglich. Das Schiff kann auch privat gechartert werden.

Die Rygeroy wird bis zu zehn Stunden am Tag bei unterschiedlichen Anforderungen betrieben: „Die größte Herausforderung im Pendlerbetrieb mit Kvitsoy ist das offene Meer mit hohen Wellen, starken Winden und der anspruchsvollen Navigation. Darum müssen Motor und Schiff zuverlässig sein“, so Kristiansen. „Bei den Sightseeing-Touren auf dem Fjord steht die Manövrierfähigkeit an erster Stelle – ob wir uns den Wasserfällen nähern, Ziegen vom Bug aus füttern, in der Höhle unterwegs sind oder uns zum Fotografieren des Preikestolen in Position bringen.“

Höhere Emissionsminderung für IMO Tier III
Die IMO-Tier-III-Vorschriften werden 2021 für Schiffe gelten, die in die Ostsee und in die Nordsee einfahren. Sie werden eine Reduzierung des Stickoxidniveaus (NOx) um rund 70 Prozent gegenüber dem derzeitigen IMO Tier II vorschreiben. Volvo Pentas Lösung für IMO Tier III übertrifft die vorgeschriebenen Schadstoffgrenzen sogar, denn sie reduziert den NOx-Anteil um bis zu 75 Prozent. Abgase werden im SCR-Katalysator mit Harnstoff/DEF (Dieselabgasflüssigkeit) vermischt. Die beiden alternativen Abgasauslässe sind für die Schifffahrt konzipiert und bieten eine Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen SCR-Konfigurationen. In Kombination mit der separaten Harnstoff-Einspritzleitung ermöglicht die Lösung flexible und kompakte Installationen. Der Tank für die Dieselabgasflüssigkeit (DEF) ist mit Sensoren zur Messung von Harnstoff-Füllstand und -qualität ausgestattet. Er kann zudem problemlos an den bordseitigen Großraumtank angeschlossen werden, um die Reichweite zu erhöhen. Für Volvo Penta IPS sind spezielle Funktionen wie ein Abgaskrümmer für einfache Installation und einfachen Betrieb verfügbar.

Weitere Vorteile der IMO-Tier-III-Lösung von Volvo Penta:

  • Optimiert für einen Schwefelgehalt bis zu 1.000 ppm
  • Für Harnstofflösungen mit 32 oder 40 %
  • SCR dient als Schalldämpfer und reduziert den Geräuschpegel um bis zu 35 dBA 
  • Robuste Schraubflansche, 6 Zoll (ca. 15 cm)
  • Zwei 6-Zoll-Auslässe (ca. 15 cm)

Besser als die Vorgaben
Bei Rodne nimmt der Umweltschutz eine wichtige Rolle ein. Darum hat das Unternehmen die D13-IPS1050-Anlage von Volvo Penta mit SCR für IMO Tier III gern getestet.

„Wir haben seit vielen Jahren gute Beziehungen zu Volvo Penta und gute Erfahrungen mit den Produkten gemacht. Diese IMO-Tier-III-Motoren ersetzen unsere bisherigen Volvo-Penta-Motoren“, erklärt Kristiansen. „Die neuen Motoren arbeiten mehr als zufriedenstellend und das IPS-System ist einfach und problemlos zu installieren. Es benötigt wenig Platz und bietet gute Manövrierfähigkeit. Die Händler von Volvo Penta in Stavanger und Bergen erbringen guten Service. Wir können IMO-Tier-III-Anlagen von Volvo Penta in weiteren unserer Schiffe installieren, für die künftig eine Neumotorisierung ansteht – und möglicherweise auch in neuen.“

Die Beziehung zwischen Rodne und Volvo Penta ist für beide Seiten von Vorteil. „Es hilft uns, wenn Unternehmen unsere Motoren und Antriebspakete unter den unterschiedlichen Bedingungen umfassend testen“, sagt Aniko Holm, Leiter für die praktische Erprobung auf See bei Volvo Penta. „Wir finden heraus, was gut funktioniert und welche Modifikationen eventuell erforderlich sind. Mit unserer IMO-Tier-III-Lösung bieten wir ein Paket an, das leistungsstark und robust ist und dabei die zukünftigen Anforderungen zur Emissionsminderung mehr als erfüllen kann.“

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