Volvo Penta stellt Konzept für IMO Tier III vor

Das neue Konzept für IMO Tier III wird im Schifffahrtsbereich auf der internationalen Konferenz und Messe Nor-Shipping in Norwegen vorgestellt. Es erfüllt die künftig in Europa geltenden Vorschriften.
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Volvo Penta stellt ein neues Motoren- und Abgasnachbehandlungskonzept vor, das die künftige Umsetzung der Norm IMO Tier III erfüllt und so eine globale Lösung für die Handelsschifffahrt bietet. Die Lösung beruht neben der firmeneigenen Erfahrung auch auf der Fachkenntnis der Volvo Group bezüglich führender SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction). Das resultierende System ist speziell für den Heavy-Duty-Betrieb in der Schifffahrt gemacht. Für Schiffe, die Ost- und Nordsee befahren, gelten ab 2021 neue Emissionsvorschriften. Die Tier-III-Richtlinie der International Maritime Organization (IMO) schreibt – abhängig von der Motorgröße – eine Senkung der Stickoxide (NOx) um etwa 70 Prozent gegenüber IMO Tier II vor.

„Unser Konzept bietet Merkmale und Komponenten, die auch den rauesten Schifffahrtsumgebungen standhalten“, sagt Johan Carlsson, CTO bei Volvo Penta. „Indem wir uns an die Vorgaben der IMO Tier III halten, erfüllt Volvo Penta internationale Abgasnormen und bietet eine wirklich globale Lösung.“

Die Lösung von Volvo Penta für IMO Tier III ist für den Schifffahrtsbetrieb optimiert. Zur Abgasnachbehandlung wird die SCR-Technologie eingesetzt.

„Wir haben uns für SCR entschieden, weil sie einen effizienten Motorbetrieb bei optimiertem Kraftstoffverbrauch ermöglicht und gleichzeitig das richtige Leistungsniveau hält“, erklärt Thomas Lantz, Produktplanungsmanager für die Handelsschifffahrt bei Volvo Penta. „SCR ist die ideale Lösung für Kunden im Schifffahrtssektor.“

Kontrollierte Emissionen
Die NECA Ostsee und Nordsee (NECA = NOx Emission Control Area, Sonderzone mit Stickoxidgrenzwerten) richten sich nach den NOx-Vorgaben der IMO für Nordamerika und die Karibik; sie gelten für die meisten Motoren mit einer Leistungsabgabe ab 130 kW. Sämtliche Zonen sind auch als SECA (Sulfur Emission Control Area, Sonderzone mit Schwefelgrenzwerten) ausgewiesen und beschränken den Schwefelgehalt im Kraftstoff auf maximal 1.000 ppm.

Volvo Penta führt die Lösung für IMO Tier III zunächst bei 13-Liter-Motoren ein, da dieses Modelle in einer Vielzahl von Schifffahrtsanwendungen eingesetzt werden. Die Lösung wird für Innenbordmotoren und das Volvo Penta Inboard Performance System (IPS) (mit einer Ausgangsleistung von 294–588 kW), Hilfsmotoren (von 294–441 kW) und Generatoraggregate (von 300–400 kW) erhältlich sein. Die Stickoxide werden vom derzeit erlaubten Wert mit 7,7 g/kWh auf 2 g/kWh reduziert.

Für die Schifffahrt optimiert
Volvo Pentas Lösung für IMO Tier III übertrifft die vorgeschriebenen Schadstoffgrenzen, denn sie reduziert den NOx-Anteil um bis zu 75 Prozent. Das einfache und robuste Design beinhaltet eine SCR-Lösung, die für die Schifffahrt angepasst und optimiert wurde. Abgase werden im SCR-Katalysator mit Harnstoff/DEF (Dieselabgasflüssigkeit) vermischt. Der Harnstoff wird über eine separate Leitung zugeführt. Die beiden alternativen Abgasauslässe sind für die Schifffahrt konzipiert und bieten eine Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen SCR-Konfigurationen, was die Installation vereinfacht. Der DEF-Tank fasst genug Harnstoff für 3.200 Liter Kraftstoff. Sensoren überwachen den Harnstofffüllstand und dessen Qualität. Eine Dosierpumpe und das Steuergerät sind ebenfalls enthalten. Für Volvo Penta IPS sind spezielle Funktionen wie ein Abgaskrümmer für einfache Installation und einfachen Betrieb verfügbar.

Weitere Vorteile der IMO-Tier-III-Lösung von Volvo Penta:

  • Optimiert für einen Schwefelgehalt bis zu 1.000 ppm
  • Für Harnstofflösungen mit 32 oder 40 %
  • SCR dient als Schalldämpfer und reduziert den Geräuschpegel um bis zu 35 dBA
  • Robuste Schraubflansche, 6 Zoll (ca. 15 cm)
  • Zwei 6-Zoll-Auslässe (ca. 15 cm)

Die Lösung für IMO Tier III ist ein bewährtes Konzept für raue Schifffahrtsbedingungen. Zum Marktstart 2018 wird sie mehr als 20.000 Stunden in Praxistests absolviert haben. Der Motor wurde für hohe Gegendrücke konzipiert und erhält gleichzeitig Effizienz und Fahreigenschaften. Die beiden 6-Zoll-Auslässe ermöglichen eine flexible und einfache Installation; auch die Verrohrung misst nun sechs Zoll. Der Motor bietet dieselben Abmessungen wie aktuelle Modelle. Die Abgasnachbehandlung arbeitet sowohl mit der Volvo Penta Electronic Vessel Control (EVC) als auch der Marine Commercial Control (MCC).

„Bei der Entwicklung unserer Lösung standen kompakte Abmessungen und eine einfache Anpassbarkeit auf Kundenseite im Vordergrund", ergänzt Lantz. „Wir bieten einen Ansprechpartner für alle Fragen. Betreiber müssen sich nicht um eine separate Zertifizierung kümmern. Unsere Lösung ist leicht einzubauen, leicht zu betreiben und leicht zu warten.“

Einen Schritt weiter
Der Einbau eines Volvo Penta IPS senkt den Kraftstoffverbrauchs und die Kohlendioxidemissionen um bis zu 30 Prozent. Betreiber profitieren von einer 40 Prozent größeren Reichweite und einer um 20 Prozent höheren Spitzengeschwindigkeit. Außerdem vertragen alle Motoren von Volvo Penta hydriertes Pflanzenöl (HVO, ein Biokraftstoff), das den Kohlendioxid- und Partikelausstoß gegenüber fossilen Kraftstoffen um bis zu 90 Prozent senkt. Die Kombination aus dem Volvo Penta IPS-Paket für IMO Tier III und der Einsatz von HVO stellen einen wichtigen Schritt beim Thema Nachhaltigkeit dar.

Volvo Penta ist vom 30. Mai bis zum 2. Juni auf der Nor-Shipping in Oslo, Stand E03-29 zu finden.

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IMO IIII SCR-Katalysator

SCR-Katalysator und Tank

D13 IMO III IPS, linke Seite

D13 IMO III Generatoraggregat

D13 IMO III Innenborder

D13 IMO III IPS, rechte Seite